Lake Eyasi

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Lake Eyasi: der 1.030 m hoch gelegene und 80 km lange Lake Eyasi ist der größte See im nördlichen Rift Valley Gebiet.

Er liegt im südwestlichen Ausläufer der osttansanischen Grabenbruchgabel. Lake Eyasi ist wesentlich weniger salzhaltig als der Lake Natron, und sein Wasserstand ist maßgeblich von Niederschlägen abhängig. Zahlreiche Bäche stürzen in den Regenzeiten von der im Westen gelegenen, steil aufragenden, bis zu 900 m hohe Escarpment-Wand vom Ngorongoro Gebiet hinunter und füllen den nur wenige Meter tiefen See. Dadurch wird saisonal eine Vielzahl von Flamingos angelockt. Die Wasseroberfläche des Lake Eyasi kann dann weit über 1.000 km2 ausmachen oder aber nach einer größeren Trockenzeit auf nur ein paar Dutzend Quadratkilometer schrumpfen. Dann zeigt sich der Lake Eyasi als eine brettflache staubige Ebene. Die Austrocknung wird zusätzlich von den hier herrschenden kräftigen Nordostwinden beschleunigt.

Auf den fruchtbaren Böden im Nordosten des Lake Eyasi werden großflächig Zwiebeln angebaut, die nach Arusha und auf andere Märkte geliefert werden.

Die Hadzabe – das letzte Buschmannvolk

Die Hadzabe (von ihren Nachbarn auch Tindiga, Kindiga, Ashi oder Kangeju genannt) sind das letzte Jäger- und Sammlervolk Tansanias, eine ethnische Minderheit mit ungefähr 800 Stammesangehörigen, die auf einem Gebiet von etwa 1500 km² verstreut leben. Das Gebiet besteht aus trockenem, schwer zugänglichem und wenig fruchtbarem Buschland rund um den Eyasi See. Wegen der Menschenfeindlichkeit ihres Lebensraumes – unzureichende Wasserversorgung und Verseuchung durch die Tsetsefliege – konnte sich die Lebensweise des Buschmannvolkes bis heute weitgehend erhalten; auch schützte der unwirtliche Lebensraum bisher vor siedelnden Bantu-Völkern.

Die Hadzabe leben in kleinen Gruppen von 15 bis 20 Erwachsenen mit einer etwa ebenso großen Zahl von Kindern. Die Gruppen haben keine erkennbare soziale Hierarchie, keine Führer, keine Häuptlinge, kein politisches oder gesellschaftliches System. Der Stamm lebt in und von der Natur und in absolutem Einklang mit ihr. Jede Veränderung, jedes Geräusch wird pausenlos registriert.
Die Hadzabe betreiben keine Landwirtschaft und halten auch kein Vieh. Alle Lebensutensilien wie Hausrat, Pfeil und Bogen für die Jagd und auch die Behausungen werden ausschließlich aus Materialien gefertigt, die das natürliche Umfeld liefert.
Auch für die Ernährung sorgt einzig die Natur: Wilde Früchte, Beeren, Wurzeln, Knollen und Honig werden gesammelt, Fleischlieferanten wie Gazelle, Eland Antilopen, Perlhuhn, Dik Dik und Büffel werden mit Pfeil und Bogen erlegt. Ihre Bögen sind zum Teil mannsgroß und haben eine enorme Spannkraft. Dennoch müssen sich die Hadzabe-Jäger bis auf wenige Meter an ihre Beute heranpirschen, um einen sicheren und tödlichen Schuss platzieren zu können.

Bis heute haben sich die Hadzabe konsequent und bewusst der sogenannten Zivilisation verweigert. Trotzdem ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis auch sie zur Aufgabe ihrer traditionellen Lebensweise gezwungen werden. Durch die Zuwanderung anderer Volksstämme in das Eyasi-Gebiet – Nomaden mit Viehherden und Ackerbauern, die flächenhaft Felder in Anspruch nehmen – werden die wilden Tiere, und somit die Ernährungsgrundlage der Hadzabe, vertrieben.